Das Handy in der Gesellschaft. Klingeltöne.


Das Handy ist aus der heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Gerade die Jugend ist mehr und mehr auf dieses kleine Gerät fixiert. Die Mobilfunkwirtschaft floriert nach wie vor, es gibt Unmengen an Anbietern für Gimmicks und Applikationen wie Klingeltöne und Möglichkeiten, das Handy mit dem Internet zu verknüpfen. Erfolgreiche Internetportale mit den unterschiedlichsten Zielgruppen bieten Applikationen an, mit denen man immer und überall vom Handy aus Zugriff auf seinen Account hat. XING zum Beispiel ist ein Business-Portal, dass Manager, Arbeitnehmer und eigentlich jeden aus der beruflichen Welt miteinander verknüpfen kann. Sie wissen schon, der Schneeball-Effekt. Sie kennen den und den, diese wiederum kennen andere Leute – also liegt nur ein Step zwischen einem Kontakt von Ihnen zu einem Kontakt Ihrer Kontakte. Das ist modernes Business. So ist es doch klar, dass XING selbst eine Applikation für Ihr Handy anbietet, mit dem Sie, zwar in etwas abgespeckter Form, alle Funktionen Ihres XING-Accounts auch jederzeit von unterwegs nutzen können. Twitter, Facebook und Flickr bieten ebenfalls diese Applikationen an. So können haben Sie mittlerweile Ihre Kontakte nicht nur auf dem Handy dabei, Sie können auch jederzeit von unterwegs auf Ihre Profile und die hinterlegten Kontakte zugreifen.

Klingeltöne sind nach wie vor absolut in – vor allem bei Jugendlichen. Es ist noch gar nicht so lange her, dass Ihnen der verrückte Frosch auf Schritt und Tritt begegnete. Egal wo Sie sich befanden, wenn ein Handy „klingelte“, so hörten Sie den Crazy Frog. Das Phänomen der Klingeltöne beruht darauf, dass jeder sein Handy personalisieren möchte. Dazu zählt natürlich auch die Melodie, die bei Ihrem Handy bei einem ankommenden Anruf abgespielt wird. Durch das Bedürfnis eines solchen Dienstes hat sich ein eigener Wirtschaftszweig gebildet, der mittlerweile einen beträchtlichen Teil der Umsätze in der Musikindustrie ausmacht. Der Kauf eines Klingeltons ist mit 1,99 EUR in der Regel nicht schmerzhaft. Da die Abrechnung direkt über eine Premium-SMS und somit über die Handyrechnung erfolgt fallen auch die Hemmungen vor einem Kauf. Denn es ist so einfach. Klingeltöne werden massiv beworben. Marktführer Jamba investierte im Jahr 1994 allein 90 Millionen Euro in Werbespots, frei nach dem Motte „Geläufigkeit durch Häufigkeit“ bestand die Werbezeit der deutschen Musiksender plötzlich zu beinahe 90 Prozent aus Klingelton-Werbung. Und das Handy-Volk reagierte mit Downloads im Wert von 183 Millionen Euro.
Durch die enge Verknüpfung zur Musikindustrie kann man mittlerweile auf jeder Internet-Plattform die Chart-Titel als Klingelton herunterladen und somit immer auf dem neusten Stand bleiben. Die Platzierung der eigenen Künstler in Klingeltoncharts findet im Marketing-Plan der Plattenfirmen einen immer wichtigeren Platz. Auch Freizeichentöne werden angeboten – wenn Sie jemand auf Ihrem Handy anruft erklingt nun nicht mehr das typische „Tüüüüüt, tüüüt“ sondern der zur Zeit angesagt Chart-Kracher, eine gesprochene Begrüßung Ihres Lieblingsstars oder witzige Kommentare.

Viele Menschen fühlen sich durch die in der Öffentlichkeit abgespielten Klingeltöne massiv gestört. Daher ist einigen Bereichen die Nutzung von Mobiltelefonen generell untersagt worden.